https://www.ptk-nrw.de/de/patienten/wann-ist-eine-psychotherapie-ratsam.html

Die Behandlungsdauer variiert von Patient zu Patient. Manchmal dauert sie nur wenige Stunden, manchmal aber auch Jahre.

Im Allgemeinen hängt die Dauer einer Psychotherapie von den folgenden Faktoren ab:

  • der Schwere und Dauer der Erkrankung oder Störung,

  • der Mitarbeit und den Zielen des Patienten,

  • den mehr oder weniger therapeutisch förderlichen Lebensbedingungen und Voraussetzungen des Patienten.

In der Regel gibt es eine erste Phase von 5 bis 6 Therapiesitzungen (Psychotherapeutische Sprechstunde, probatorische Sitzungen), in der die Abklärung des Problems und die Entscheidung über eine Zusammenarbeit statt findet.

Bei Antragstellung besteht die Möglichkeit einer Kurzzeittherapie mit bis zu 12 Sitzungen (Kurzzeit 1) und weiteren 12 Sitzungen (Kurzzeit 2). Bei Bedarf besteht die Möglicheit einer Verlängerung um bis zu 36 Sitzungen.

Eine Sitzung oder Therapiestunde dauert 50 Minuten.

In der Regel arbeite ich im Einzelsetting, dennoch können und sollen je nach Bedarf (Ehe-) Partner oder Angehörige hinzugezogen werden, um den therapeutischen Prozess zu unterstützen.

Verhaltenstherapie

Mit Verhaltenstherapie (VT) wird ein ganzes Spektrum von Formen der Psychotherapie bezeichnet.

Allen Formen ist gemeinsam, dass die Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt steht, ihm nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte seiner Probleme Methoden an die Hand gegeben werden, mit denen er zukünftig besser zurecht kommt.

Ursprünglich verfolgte die Verhaltenstherapie nach John B. Watson (1878-1958) im Gegensatz zu tiefenpsychologischen Verfahren ein black-box-Modell, das im Wesentlichen besagt, dass innere Vorgänge für uns undurchschaubar bleiben und daher nicht analysiert werden sollten. Diese Haltung stellte einen Versuch dar, von der intuitiven Vorgehensweise der Tiefenpsychologie wegzukommen, die, wie Wolf Singer es beschreibt, von der Perspektive der 1. Person ("Ich beobachte meine Gefühle") lebt und weitgehend auf Unterstellungen (Ödipuskomplex etc.) angewiesen ist.

Die Verhaltenstherapie sucht die Perspektive der 3. Person ("Wir schauen gemeinsam auf die Situation") und ist daher stärker an neurologisch-neurobiologischen Modellen angelehnt, bei der Reiz und die messbare Reaktion im Mittelpunkt stehen.

Nach der American Association of Behavior Therapy soll die Verhaltenstherapie (VT) vor allem menschliches Leiden lindern und die Handlungsfähigkeit erweitern.

Sie beinhaltet Veränderungen der sozialen Umgebung und der sozialen Interaktion.

Das Ziel ist hauptsächlich die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten.

Die Techniken sollen dem Klienten eine bessere Selbstregulation ermöglichen.

Die VT wendet experimental- und sozialpsychologische Prinzipien an und legt Wert auf eine systematische Überprüfung der Effektivität bei der Anwendung solcher Prinzipien. Die Ziele und Vorgehensweisen werden vertraglich festgelegt. Zudem orientiert sich die VT an ethischen Prinzipien. Charakteristisch für die VT ist die Konzentration auf gegenwärtige statt auf vergangene Handlungsdeterminanten, ohne diese jedoch in der Analyse der Problementstehung zu vernachlässigen.

Somit liegt der Schwerpunkt auf beobachtbarem Verhalten und dessen Veränderung.

Die VT unterscheidet sich von der Psychoanalyse durch folgende Annahmen:

Es wird angenommen, dass Verhaltensweisen erlernt und auch wieder verlernt werden können. Das bedeutet allerdings nicht mehr wie in der Frühzeit der VT, dass man genetische Unterschiede als Ursachen von Störungen verleugnet. Gerade in den Vulnerabilitäts-Stress-Modellen wird z. B. eine ererbte Stressanfälligkeit als Voraussetzung einer Störung berücksichtigt. Außerdem fühlt man sich empirischen Methoden verpflichtet. In ihren Annahmen über ätiologische Störungsmodelle ist sie nur begrenzt Theorien verpflichtet und kann auch jederzeit neue empirische Erkenntnisse in ihre Modelle und Theorien integrieren.

Daraus folgt für die VT, dass problematisches Verhalten in erster Linie als Ergebnis von Lernprozessen gesehen und durch die Verwendung von Verhaltens- und Lernprinzipien verändert werden soll.

Entscheidend ist hierfür eine genaue Verhaltensanalyse (horizontal und vertikal) zur Bestimmung der augenblicklichen Determinanten des Verhaltens. Die Behandlungsstrategien werden individuell auf die Probleme der Person angepasst. Um Veränderungen zu bewirken, ist es nicht zwangsläufig notwendig, die Ursprünge des psychologischen Problems genau zu ergründen.

 

In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen nach einem genehmigtem Antrag ihres Kassenmitglieds die Kosten für seine Verhaltenstherapie.

 

Quelle und weitere Informationen: Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Verhaltenstherapie

Psychotherapeutenkammer NRW

 http://www.ptk-nrw.de

Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

 https://www.kvno.de

PsychotherapeutInnen-Netzwerk Oberhausen

http://www.ptn-oberhausen.de/

Deutscher Psychotherapeuten Verein (DptV)

https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/der-verband/